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wheelchairica - das Musical mit Handicap

Aufführung 29. Januar 2005 in Hannover

Pünktlich gegen 17:00 Uhr trafen wir bei der Stadionsporthalle (AWD-Arena) ein. Zu der Zeit war schon schon ein Riesen-Auftrieb, wildes Parken unter Polizeischutz, Rollstuhl-"Transporter", Reisebusse und überhaupt geregeltes Chaos allerorten.

Überall wimmelte es von Helfern. Neben den "Offiziellen" noch gut 250 ehrenamtliche Helfer, dabei - besonders erwähnenswert - überwiegend Jugendliche.

Blick in die Arena

Laßt Euch von diesem Foto nicht täuschen, es entstand kurz nachdem wir eingetroffen sind. Die Halle war restlos ausverkauft - eine ganze Menge Leute saßen auf den Tribünentreppen, weil sie keinen richtigen Platz mehr bekommen haben. Gut 2000 Personen auf den Rängen, über 200 Rollis im "Vorfeld", dazu die Begleitpersonen und Helfer.

Neben allen anderen Helfern und Sponsoren konnte als musikalischer Schirmherr Heinz Rudolf Kunze gewonnen werden, der auch persönlich anwesend war.

 Rollstuhlfahrer bei Vorstellung auf der Bühne

Die Aufführung selber war ein total beeindruckendes Erlebnis. Die Gesangsdarbietungen waren in großen Teilen so perfekt, daß man schon sehr auf die umgeschriebenen Texte achten mußte, um sich zu überzeugen, daß hier kein Playback lief. Der Eifer und die offensichtliche Spielfreude der Akteure waren absolut ansteckend.

 
 Szenenfoto

Das Stück ist in Grundzügen angelehnt an die Rocky Horror Picture Show, die Musik eine Collage aus bekannten Stücken unterschiedlichster Stilrichtungen, mit Abwandlugen und eigenen Elementen schlüssig zu einem eigenständigen Ganzen verbunden.

Es ist nicht nur ein Musical, sondern auch ein Rollstuhl-Ballett. Hier werden Choreografien getanzt, wie man sie eigentlich nur von 'Fußgängern' kennt. Es werden aber auch völlig neue Stilelemente geboten, die so nur mit und im Rollstuhl möglich sind. Der Rollstuhl also nicht als Handikap sondern als Erweiterung und Stilmittel.

 

Weitergehende Details zur Story müchte ich Euch nicht verraten, um denen, die es noch sehen können, nicht den Spaß zu verderben. Es gibt nachdenkliche und rührende Szenen, teilweise haben wir lauthals gelacht, teils geweint und zum Teil irgendwie alles zugleich.

Welche Wirkung zum Beispiel die Umsetzung des gedakenlosen Kommandos "Setzt Euch" an eine Gruppe Rollstuhlfahrer auf den Zuschauer hat, das muß man einfach selbst erleben.

 Szenenfoto
Hier ein Bild von der "Traumszene"


Die "erotische" Seite des Rollstuhl - Fesselspiele ...

 

oben links: "biologische Zugmaschinen"

oben rechts: "an den Rollstuhl gefesselt"

links: Die "Blues Brothers"

unen links: "Abschied"

unten: "Beratung"

 
 
 
 Szenenfoto

Der Tanz des wiedervereinten Liebespaares

zunächst nebeneinander,

dann gemeinsam im Rollstuhl.

 

Das Ensemble hatte - wenn ich richtig gezählt habe - neunzehn aktive Mitglieder, davon sechs Fußgänger, zwölf Rollifahrer mit "Handbetrieb" und eine Akteurin im E-Rolli.

Nicht vergessen werden sollen an dieser Stelle natürlich die "unsichtbaren" Mitglieder von der Technik und der Maske.

 Abschlußszene 1

Wider besseren Wissens habe ich versucht, ein paar Fotos zu machen. Ich hoffe, daß die Bilder Euch trotz der technischen Mängel ein wenig neugierig machen konnten. Falls Ihr die Möglichkeit habt, solltet Ihr versuchen, eine Aufführung dieses Stückes zu besuchen - absolut empfehlenswert.

 Abschlußszene 2

Zum Abschluß noch zwei Links, für alle, die mehr wissen wollen.

Da wäre zunächst der Verein, in dem alles entstanden ist, die KSG Rhein-Neckar e.V. - eine integrative Kultur- und Sport-Gruppe. Aktuelle Infos unter www.ksg-ev.de

Betreut und trainiert werden sie vom Rehability-Team, allen voran zu nennen Jule Heil, die neben künstlerischer Leitung und Choreographie auch noch für Organisation und Management zuständig ist und aktiv auf der Bühne mitwirkt. Informationen hierzu unter www.rehability.de

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